Textilien richtig kennzeichnen

Wenn Sie im Internet textile Artikel anbieten, müssen Sie die Regelungen der EU-Textilkennzeichnungsverordnung beachten. Das sind die wichtigsten Anforderungen:

  1. Ihre Artikelbeschreibung muss eine korrekte Textilkennzeichnung enthalten.
  2. Die Textilkennzeichnung muss alle Fasern aufführen, die im Artikel enthalten sind.
  3. Die enthaltenen Fasern sind in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts aufzuführen.
  4. Sie dürfen nur diejenigen Faserbezeichnungen aufführen, die in Anlage I der Verordnung aufgeführt sind (s.u.)

Beispiele

“70% Baumwolle
30% Seide”

– oder –

“60% Baumwolle
25% Jute
15% Viskose”

– oder –

“100% Baumwolle”

Liste der zulässigen Faserbezeichnungen

1. „Wolle“: Faser vom Fell des Schafes (Ovis aries) oder ein Gemisch aus Faser von der Schafschur und aus Haaren der unter Nummer 2 genannten Tiere

2. „Alpaka“, „Lama“, „Kamel“, „Kaschmir“, „Mohair“, „Angora(-Kanin)“, „Vikunja“, „Yak“, „Guanako“, „Kaschgora“, „Biber“, „Fischotter“ mit oder ohne zusätzliche Bezeichnung „Wolle“ oder „Tierhaar“: Haare nachstehender Tiere: Alpaka, Lama, Kamel, Kaschmirziege, Angoraziege, Angorakaninchen, Vikunja, Yak, Guanako, Kaschgoraziege, Biber, Fischotter

3. „Tierhaar“ mit oder ohne Angabe der Tiergattung (z.B. „Rin- derhaar“, „Hausziegenhaar“, „Roßhaar“): Haare von verschiedenen Tieren, soweit diese nicht unter den Nummern 1 und 2 genannt sind

4. „Seide“: Faser, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen werden

5. „Baumwolle“: Faser aus den Samen der Baumwollpflanze (Gos- sypium)

6. „Kapok“: Faser aus dem Fruchtinneren des Kapok (Ceiba pentandra)

7. „Flachs“ bzw. „Leinen“: Bastfaser aus den Stengeln des Flachses (Linum usitatissimum)

8. „Hanf“: Bastfaser aus den Stengeln des Hanfes (Cannabis sativa)

9. „Jute“: Bastfaser aus den Stengeln des Corchorus olitorius und Corchorus capsularis. Im Sinne d. Verordnung sind der Jute gleichgestellt: Faser aus Hibiscus cannabinus, Hibiscus sabdariffa, Abutilon avicenniae, Urena lobata, Urena sinuata

10. „Manila“: Faser aus den Blattscheiden der Musa textilis

11. „Alfa“: Faser aus den Blättern der Stipa tenacissima

12. „Kokos“: Faser aus der Frucht der Cocos nucifera

13. „Ginster“: Bastfaser aus den Stengeln des Cytisus scoparius und/ oder des Spartium junceum

14. „Ramie“: Faser aus dem Bast der Boehmeria nivea und der Boehmeria tenacissima

15. „Sisal“: Faser aus den Blättern der Agave sisalana

16. „Sunn“: Faser aus dem Bast der Crotalaria juncea

17. „Henequen“: Faser aus dem Bast der Agave Fourcroydes

18. „Maguey“: Faser aus dem Bast der Agave Cantala

19. „Acetat“: Faser aus Zellulose-Acetat mit weniger als 92%, jedoch mindestens 74% acetylierter Hydroxylgruppen

20. „Alginat“: Faser aus den Metallsalzen der Alginsäure

21. „Cupro“: regenerierte Zellulosefaser nach dem Kupfer-Ammoniak-Verfahren

22. „Modal“: nach einem geänderten Viskoseverfahren hergestellte regenerierte Zellulosefaser mit hoher Reißkraft und hohem Modul in feuchtem Zustand. (…)

23. „Regenerierte Proteinfaser“: Faser aus regeneriertem und durch chemische Agenzien stabilisiertem Eiweiß

24. „Triacetat“: aus Zellulose-Acetat hergestellte Faser, bei denen mindestens 92% der Hydroxylgruppen acetyliert sind

25. „Viskose“: bei Endlosfaser und Spinnfaser nach dem Viskose- verfahren hergestellte regenerierte Zellulosefaser

26. „Polyacryl“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mindestens 85 Gewichtsprozent Acrylnitril aufgebaut wird

27. „Polychlorid“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mehr als 50 Gewichtsprozent chloriertem Olefin (z.B. Vinylchlo- rid, Vinylidenchlorid) aufgebaut wird

28. „Fluorfaser“: Faser aus linearen Makromolekülen, die aus aliphat. Fluor-Kohlenstoff-Monomeren gewonnen werden

29. „Modacryl“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mehr als 50 und weniger als 85 Gewichtsprozent Acrylnitril aufgebaut wird

30. „Polyamid“ oder „Nylon“: Faser aus synthetischen linearen Makromolekülen, dern Kette sich wiederholende Amidbindungen aufweist, von denen mindestens 85% an lineare aliphatische oder zykloaliphatische Einheiten gebunden sind

31. „Aramid“: Faser aus linearen synthetischen Makromolekülen mit aromatischen Gruppen, deren Kette aus Amid- oder Imidbindungen besteht, von denen mindestens 85% direkt an zwei aromatische Kerne gebunden sind und deren Imidbindungen, wenn vorhanden, die An- zahl der Amidbindungen nicht übersteigen dürfen

32. „Polyimid“: Faser aus synthetischen linearen Makromolekülen, deren Kette sich wiederholende Imideinheiten aufweist

33. „Lyocell“: durch Auflösungs- und Spinnverfahren in organischem Lösungsmittel hergestellte regenerierte Zellulosefasern ohne Bildung von Derivaten

34. „Polylactid“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Masseprozent aus Milchsäureestereinheiten besteht, die aus natürlich vorkommenden Zuckern gewonnen werden, und deren Schmelzpunkt bei mindestens 135 °C liegt

35. „Polyester“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus dem Ester eines Diols mit Terephtalsäure besteht

36. „Polyethylen“: Faser aus gesättigten linearen Makromolekülen nicht substituierter aliphatischer Kohlenwasserstoffe

37. „Polypropylen“: Faser aus linearen gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen, in denen jeder zweite Kohlenstoff eine Methyl- gruppe in isotaktischer Anordnung trägt, ohne weitere Substitution

38. „Polyharnstoff“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederkehr der funktionellen Harnstoffgruppe (NH-CO- NH) aufweist

39. „Polyurethan“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederkehr d. funkt. Urethangruppen aufweist

40. „Vinylal“: Faser aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus Polyvinylalkohol mit variablem Acetalisierungsgrad aufgebaut wird

41. „Trivinyl“: Faser aus drei verschiedenen Vinylmonomeren, die sich aus Acrylnitril, aus einem chlorierten Vinylmonomer und aus einem dritten Vinylmonomer zusammensetzen, von denen keines 50% der Gewichtsanteile ausweist

42. „Elastodien“ für elastische Faser, die aus natürl. od. synth. Polyisopren bestehen, entweder aus einem od. mehreren polymerisier- ten Dienen, mit od. ohne einem oder mehreren Vinylmonomeren, und die, unter Einwirkung einer Zugkraft um die dreifache ursprüngliche Länge gedehnt, nach Entlastung sofort wieder nahezu in ihre Aus- gangslage zurückkehren

43. „Elasthan“ für elastische Faser, die aus mindestens 85 Gewichtsprozent von segmentiertem Polyurethan bestehen, und die, un- ter Einwirkung einer Zugkraft um die dreifache ursprüngliche Länge gedehnt, nach Entlastung sofort wieder nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehren

44. „Glasfaser“: Faser aus Glas

45. „Elastomultiester“: Faser, die durch die Interaktion von zwei oder mehr chemisch verschiedenen linearen Makromolekülen in zwei oder mehr verschiedenen Phasen entstehen (von denen keine 85 Gewichtsprozent übersteigt), die als wichtigste funktionale Einheit Estergruppen enthält (zu mindestens 85%) und die nach geeigneter Behandlung nach einer Dehnung um die anderthalbfache ursprüngliche Länge sofort wieder nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehrt, wenn sie entlastet wird.

46. „Elastolefin“: Faser aus mindestens 95 Gewichtsprozent Makro- molekülen, zum Teil quervernetzt, zusammengesetzt aus Ethylen und wenigstens einem anderen Olefin, und die, unter Einwirkung einer Zugkraft um die anderthalbfache ursprüngliche Länge gedehnt, nach Entlastung sofort wieder nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehren.

47. „Melamin“: Faser, die zu mind. 85 Massenprozent aus vernetzten Makromolekülen aus Melaminderivaten bestehen.

48. Bezeichnung entsprechend dem Stoff, aus dem sich die Fasern zusammensetzen, z.B. Metall (metallisch, metallisiert), Asbest, Papier mit oder ohne Zusatz „Faser“ oder „Garn“: Fasern aus verschiedenen oder neuartigen Stoffen, die vorstehend nicht aufgeführt sind.

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